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Die berühmtesten Sänger der letzten vier Jahrhunderte waren allesamt Opernsänger. Dem steht mit dem weltweit erfolgreichen Bariton und Bass Klaus Mertens ein erstrangiger ausgewiesener Nicht-Opernsänger gegenüber. Seine musikalische Heimat ist die Alte Musik – erweitert durch Lied, Oratorium und andere Vokalkunst aus späterer Zeit bis zur Gegenwart. Einzigartig bleibt, dass er sämtliche Solopartien seines Faches in den Werken Johann Sebastian Bachs in Konzerten musiziert und auf CD eingesungen hat. Letzteres gilt gleichfalls für die entsprechenden Partien im Werk von Dieterich Buxtehude. Auf Bach und Buxtehude limitiert ist das Schaffen des Sängers freilich nicht: Die Liste der Komponisten, die auf seinen im Verlauf von fast fünf Jahrzehnten entstandenen etwa 250 Ton- und Bildträgern vertreten sind, ist enorm umfangreich und umfasst etwa 100 Namen aus fünf Jahrhunderten.
Was den Sänger Klaus Mertens auszeichnet, wird mit dem Textbeginn einer dieser Kantaten zusammengefasst: „Herz und Mund und Tat und Leben“. Wie kaum ein anderer nimmt er die Sprache und den Text ernst und führt beide zu vollendeter Einheit in Musik. Das unverwechselbare, warme Timbre seiner Stimme bedient das gesamte Ausdrucksspektrum zwischen dramatischer Intensität und hauchzarter Subtilität. Er schöpft aus dem Wissen um „historisch informierte Aufführungspraxis“, ohne sie in seinen Interpretationen dogmatisch zu überhöhen.
Dieses Buch spürt den ungewöhnlichen Wegen und Facetten der Karriere von Klaus Mertens, die ihn in alle großen Musikzentren dieser Welt führte, und dem Geheimnis seines unvergleichlichen und anhaltenden Erfolges als „sprechender Sänger und singender Sprecher“ nach.
Der Autor Michael Märker (geb. 1956) lehrte Musikwissenschaft an der Universität Leipzig, an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale). Er ist als Herausgeber von Noteneditionen und musikhistorischen Sammelpublikationen sowie als Autor zahlreicher Aufsätze und Bücher zur Musikgeschichte des 17. bis 20. Jahrhunderts tätig.
Vorwort
Wege und Umwege: Ausbildung und berufliche Zweigleisigkeit
Herkunft, Kindheit und Jugend
Studium und erste Berufstätigkeit
Erfüllung in Gemeinschaft: Dirigenten und Ensembles als musikalische Partner
Köln: Peter Neumann und Volker Hempfling
Leipzig: Georg Christoph Biller, Gotthold Schwarz und Herbert Blomstedt
Dresden: Roderich Kreile, Matthias Grünert und Peter Schreier
Mainz: Ralf Otto
Wiesbaden: Martin Lutz
Weilburg: Doris Hagel
Bremen: Wolfgang Helbich
Meldorf: Paul Nancekievill
Pirmasens: Helfried Steckel
Otterberg und Kaiserslautern: Uwe Farke
Enoch zu Guttenberg
Ludger Rémy
Ton Koopman
Vielfalt in Repertoire und Besetzung: Interpretationen vom Barocklied bis zur Neuen Musik
Alte Musik für eine Gesangsstimme mit minimaler Begleitung
Alte Musik für Gesang und Instrumentalensemble
Lieder, Oratorien und andere Vokalmusik des 19. und 20. Jahrhunderts
Die Unverwechselbarkeit des Sängers Klaus Mertens
Der ungewöhnliche Karriereweg
Ein Gespräch mit Klaus Mertens
Anhang
Verzeichnis der Komponisten, von denen Werke in Produktionen auf Schallplatte, CD oder DVD mit Klaus Mertens vorliegen
Abbildungsnachweis
Festeinband
16,5 x 23 cm
96 Seiten
zahlreiche Abbildungen teilwesie vierfarbig
Deutsch
ISBN: 978-3-98753-030-2