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Pioniere voran!

„Es muss nicht immer Free Jazz sein“ im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad

Der am 17. April 1936 im thüringischen Gotha geborene Siegfried Schmidt-Joos wurde 1949 mit dem Jazz-Virus infiziert, als er im US-Soldatensender AFN die Sendung „Blues for Monday“ hörte. Er studierte von 1954 bis 1957 in Halle Germanistik, Musikwissenschaft und Pädagogik. In dieser Zeit schaffte er es, die „arbeitsgemeinschaft jazz halle“ zu gründen, den ersten offiziell zugelassenen Jazzclub der DDR – keine einfache Sache, da trotz unbestreitbarer Wurzeln dieses Genres in der Musik der „werktätigen Klassen“ der USA die Meinungen der Kulturfunktionäre der DDR zu dieser Art von Musik durchaus gespalten waren, wie dies übrigens auch beim „großen Bruder“, also in der Sowjetunion, der Fall war. Und obwohl Schmidt-Joos sogar im DDR-Fernsehen eine Jazz-Sendung moderieren konnte und somit abermals eine Pionierfunktion einnahm, stieß er immer wieder an unüberschreitbare Grenzen. Ergo überschritt er eine andere Grenze, nämlich die zur BRD, studierte ab 1957 Germanistik, Philosophie und Psychologie in Frankfurt am Main u.a. bei Theodor W. Adorno und wurde in den Folgejahrzehnten zu einem der bundesweit einflussreichsten Publizisten im Jazz- und Popbereich, sowohl im Print- als auch im Rundfunksektor. Dazu traten kulturpolitische Funktionen u.a. im Kuratorium der Deutschen Phono-Akademie oder im Deutschen Musikrat.
2004 erschien eine Kompilation von Beiträgen zum Musikleben in Buchform unter dem Titel „My Back Pages“ – dort kamen allerdings nur wenige jazzbezogene Texte vor. Eine Sammlung solcher wird nun in Kürze unter dem Titel „Es muss nicht immer Free Jazz sein“ im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad publiziert. Mehr dazu im nächsten Newsletter – hier und jetzt indes ein herzlicher Glückwunsch an Siegfried Schmidt-Joos zum 85. Geburtstag am 17. April 2021!

 

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