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Julius gegen Gregor

Christina Siegfried: Der allerbeste Componist. Ein Buch für Heinrich Schütz

Das Festjahr, das an den 350. Todestag von Heinrich Schütz erinnert, hat seit Herbst 2021 in zahlreichen Veranstaltungen diesen großen Komponisten gewürdigt und im November 2022 seinen Gipfelpunkt erreicht, nämlich den besagten 350. Todestag. In der Musikwelt hat sich eingebürgert, diesen Todestag am 6.11. zu begehen – doch auch der 16.11. wäre durchaus möglich.

Die vermeintliche Diskrepanz liegt in den unterschiedlichen Kalendersystemen begründet. Vielen geläufig ist etwa das Kuriosum, dass die russische Oktoberrevolution auch im November verortet wird – in Russland galt 1917 noch der Julianische Kalender, in Mitteleuropa aber schon der Gregorianische, nach dem die besagte Revolution am 7.11. stattfand, während man in Russland erst den 25.10. schrieb, da der Julianische Kalender dem Gregorianischen mittlerweile um 13 Tage „nachging“. Ähnlich lässt sich auch das Schütz-Phänomen erklären: In Kursachsen, in dessen Hauptstadt Dresden der langjährige Hofkapellmeister anno 1672 starb, wurde der Gregorianische Kalender erst im Jahr 1700 eingeführt. Heinrich Schütz starb nach dem damals in Dresden gültigen Julianischen Kalender also am 6.11., der auf das heutige gregorianische Datum umgerechnet der 16.11. wäre – die Differenz betrug zu diesem Zeitpunkt 10 Tage.

Noch mehr Wissenswertes über den „Vater der deutschen modernen Musik“ bietet die Bildbiografie zu Heinrich Schütz aus der Feder von Michael Heinemann. Und das Buch „Der allerbeste Componist“ von Christina Siegfried, die als Intendantin das Festjahr maßgeblich geprägt und organisiert hat, ist zwar primär darauf angelegt, jugendlichen Lesern die Welt um Schütz im 16. und 17. Jahrhundert zu verdeutlichen, lässt sich aber auch dann mit Genuss lesen, wenn man dem jugendlichen Alter bereits entwachsen ist.

 

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