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Im Gedenken an Hermann Wirth

Hermann Wirth: Denkmalpflege

Am 23. April 2019 ist der renommierte Denkmalpfleger Hermann Wirth nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. 1940 in Potsdam geboren, studierte er an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar, der er während seines gesamten Berufslebens eng verbunden blieb. 1980 übernahm er hier die Leitung des Lehrgebietes Denkmalpflege und wurde 1992 zum Professor mit eigenem Lehrstuhl (Bauaufnahme und Baudenkmalpflege) berufen, was er auch an der Nachfolgeeinrichtung, der Bauhaus-Universität Weimar, blieb. Bereits 1975 hatte er in Weimar zum Dr.-Ing. promoviert, 1985 erfolgten Promotion und Habilitation zum Dr. sc. phil. (phil. habil.) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo er ebenfalls Lehraufträgen nachkam.

 

Neben der Lehrtätigkeit war Hermann Wirth auch praktisch aktiv. Bereits während seines Studiums wirkte er an der Ausgrabung der Kaiserpfalz Tilleda mit, später forschte er u.a. zu Denkmalen in den osteuropäischen und den westafrikanischen Ländern. Zu seinen Spezialgebieten zählte das Salinenwesen mit seinen technischen, baulichen und archäologischen Zeugnissen – zahlreiche Publikationen künden von diesem besonderen Interesse. Generell aber entfaltete er eine sehr reichhaltige Publikationstätigkeit; sein Publikationsverzeichnis umfasst weit über 200 Einträge, und bis kurz vor seinem Tod blieb er diesbezüglich aktiv.

 

Erste Berührungspunkte Hermann Wirths mit dem E. Reinhold Verlag ergaben sich bei der Erarbeitung der zweibändigen Denkmaltopographie zur Stadt Weimar. Später erschienen zwei eigenständige Bücher von ihm im Verlag: „Denkmalpflege“, ein Standardwerk über dieses Fach, die Quintessenz aus seinen Vorlesungen bündelnd, und das „Lexikon der Denkmalpflege“, mit dem Hermann Wirth den Versuch unternahm, gewisse grundlegende begriffliche Probleme des Fachgebietes zu klären. Von seinem dritten Buch im Verlag, „Denkmalpflege und Geschichtsphilosophie“, konnte er noch die Zweitkorrekturfahnen sehen – die Fertigstellung des Buches zu erleben war ihm nicht mehr vergönnt.

 

Wir trauern um einen langjährigen, ausgesprochen kompetenten Autor, der in der Welt der Denkmalpflege eine große Lücke hinterlässt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und all seinen zahlreichen ehemaligen Studenten, die ihm in denkmalpflegerischer Lehre wie Praxis ein ehrendes Gedenken sichern.

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