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Die Wandlung von Friedrich IV. zu Friedrich I.

Matthias Herrmann (Hrsg.): Musik im mittelalterlichen Dresden

Nachdem 1422 Herzog Albrecht III. von Sachsen-Wittenberg ohne erbberechtigte Nachkommen verstorben war, machte sich eine Neubelehnung erforderlich, die in diesem Fall besonderes politisches Gewicht besaß, da mit ihr die Würde eines der sieben Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation verbunden war. Die Wahl von König Sigismund fiel auf den Markgrafen von Meißen, den Wettiner Friedrich IV., der ihm in den Hussitenkriegen gedient hatte und nunmehr als Friedrich I. zum ersten Kurfürsten von Sachsen wurde. Die Belehnung fand am 6.1.1423 statt, also vor 600 Jahren.

Dieses Ereignis stabilisierte die Position der Wettiner in ihrem Herrschaftsbereich deutlich und führte zu einer markanten Stärkung Sachsens. Viele Entwicklungen der folgenden Jahrhunderte wären ohne diese ausgebaute Machtbasis vermutlich anders verlaufen – und das betrifft zahlreiche Aspekte des Lebens. Wer in diese Zeit eintauchen und beispielsweise wissen möchte, wie es damals um die Musikpflege in Dresden bestellt war, dem sei das von Matthias Herrmann herausgegebene Buch „Musik im mittelalterlichen Dresden“ ans Herz gelegt. Auch viele Aspekte der Baukunst wurden maßgeblich durch die neue Machtsituation und deren Folgeentwicklungen beeinflusst – und vielleicht wäre ohne die Kurwürde (und die damit einhergehende komplizierte Lage nach der Leipziger Teilung von 1485) das Dresdner Residenzschloss nie in der letztlich verwirklichten Form gebaut worden und damit auch das Schlingrippengewölbe in der Schlosskapelle, dieses einzigartige Dokument spätmittelalterlicher Baukunst, nicht entstanden.

 

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