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Auf den Spuren Heinrich Tessenows in Thüringen

Undogmatisch modern. Tessenow-Bauten in Pößneck

Der in der breiten Öffentlichkeit wohl bekannteste Bau des Architekten Heinrich Tessenow (1876–1950) dürfte das Festspielhaus in Dresden-Hellerau sein. In der ostthüringischen Stadt Pößneck aber finden sich die umfangreichsten gebauten Zeugnisse aus seiner Hand. Wie die Werke des Bauhauses in Weimar oder der innovative Wohnungsbau in Berlin, Frankfurt/Main, Stuttgart, Breslau (Wrocław) und Wien befanden sich die Beiträge Tessenows ganz zentral im Fokus der deutschen Architekturdebatte, die damals international weit ausstrahlte. Selbst Mitglied der Architektenvereinigung Der Ring, standen für Tessenow soziale Fragen im Zentrum des Bauens. Eine bloße Inszenierung von Architekturformen lehnte er ab, der Bezug zu Tradition und Handwerk war für ihn wichtig.

Der Pößnecker Beitrag zum Jahr der Moderne umfasst unter dem Motto Undogmatisch modern. Tessenow-Bauten in Pößneck erstens eine dokumentarische Sonderausstellung im Museum642. Zweitens wird in die Schauwohnung Tessenow eingeladen, die sich in einem der Tessenow-Bauten, Neustädter Straße 101, befindet. Und drittens lassen sich im Stadtbild über 70 nach Tessenows Entwurf errichtete Gebäude finden, unterstützt durch eine digitale Themenroute. Zudem entsteht momentan eine umfangreiche Publikation über Heinrich Tessenow im Rahmen der Reihe der Arbeitshefte des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, die deren 53. Band bildet und von Carsten Liesenberg verfasst wird, der auch Kurator der Pößnecker Ausstellung ist.

Die Ausstellung wird von der Stadt Pößneck in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft Hamburg und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie organisiert. Sie ist vom 18. Mai bis zum 10. November 2019 zu besichtigen.

 

Zur Website der Stadt Pößneck

Zur Website des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie – Bau- und Kunstdenkmalpflege

Zur Website der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft

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