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Die Osnabrücker Steinwerke gehören zu den faszinierendsten und zugleich am wenigsten erforschten Zeugnissen mittelalterlicher Profanarchitektur in Norddeutschland. Als bruchsteinerne Hinterhäuser, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, sind sie außergewöhnliche Baudenkmale, die im Spätmittelalter in Osnabrück als Hinterhäuser die straßenzugewandte Bebauung ergänzten und u. a. gehobenen Wohnkomfort boten. Dass diese Bauten im vorliegenden, reich bebilderten Buch nun erstmals in ihrer Gesamtheit wissenschaftlich erfasst, analysiert und in ihren historischen Kontext eingebettet werden, ist ein bedeutender Gewinn für die Denkmalforschung.
Obwohl sich dieser bisher wenig beachtete Gebäudetypus auch in anderen Städten des Hanseraums nachweisen lässt, sind die Osnabrücker Steinwerke im deutschen Profanbau einzigartig, da ihre Dachgeschosse mit steinernen Tonnengewölben überdeckt wurden und so eine vollständig feuersichere Hülle entstand. Sieben der außergewöhnlichen Bauten sind heute mit vollständig erhaltenem Dachgewölbe erhalten, vierzehn weitere lassen sich eindeutig nachweisen. Die Befunde ermöglichen nicht nur eine bauhistorische Einordnung,
sondern eröffnen auch Fragen nach überregionalen Verbindungen: Vergleichbare Lösungen finden sich zur selben Zeit lediglich auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland – ein Hinweis auf mögliche Kontakte im hansischen Handelsraum.
Die Autorin Carolin Sophie Prinzhorn wurde für die dem Buch zugrundeliegende Dissertation 2025 mit dem Studienpreis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet.
Dank
Grußwort (Arne Butt)
Vorwort (Christina Krafczyk, Uwe Meiners)
1. Einleitung
1.1 Forschungsgegenstand
1.2 Dissertation und Publikation
2. Steinwerk, Steinkammer, Kemenate – Überblick zum steinernen Hinterhaus im Bauprogramm des mittelalterlichen Bürgerhauses
2.1 Forschungsgeschichte
2.2 Begriffsbestimmung
2.3 Die Entwicklung des niederdeutschen steinernen Hinterhauses anhand archäologischer und architektonischer Befunde
2.4 Verbreitung und Ausgestaltung
3. Die Osnabrücker Steinwerke des 13. Jahrhunderts
3.1 Stadtgeschichtlicher Kontext
3.1.1 Die Entwicklung der städtischen Baustruktur im Spiegel archäologischer Befunde
3.1.2 Das Steinmaterial
3.1.3 Parzellen- und Besitzstruktur
3.2 Bierstraße 7 (um 1200)
3.2.1 Stadträumliche Lage und Parzellenzuschnitt
3.2.2 Daten zur Bau- und Besitzgeschichte
3.2.3 Baustruktur
3.2.4 Raumstruktur und Nutzung
3.3 Rolandsmauer 23a (vor/um 1250)
3.3.1 Daten zur Bau- und Besitzgeschichte
3.3.2 Bau- und Raumstruktur
3.4 Am Ledenhof 3-5 (1271/72 d)
3.4.1 Daten zur Bau- und Besitzgeschichte
3.4.2 Bau- und Raumstruktur
4. Häuser mit Dachgewölbe auf Gotland
4.1 Häuser der Landgemeinde
4.2 Häuser in Visby
4.3 Baustruktur
4.4 Osnabrücker/innen am gotländischen Ufer – Zur Frage eines möglichen Baukulturtransfers zwischen Osnabrück und Gotland
4.4.1 Voraussetzungen und Quellenlage
4.4.2 Ergebnisse der prosopographischen Untersuchung
4.4.3 Überlegungen zum Vorgang und zur Richtung des Baukulturtransfers
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Quellen
Archive und Quelleneditionen
Verwaltungsakten und bauhistorische Gutachten
Literatur
Bildnachweis
Abkürzungsverzeichnis
Tafeln
Festeinband
21 x 29,7 cm
252 Seiten
zahlreiche Abbildungen teilweise vierfarbig
Deutsch
ISBN: 978-3-95755-105-4