Winterreise ins Frühjahr
Veranstaltungen, die man als Schubertiaden bezeichnete, gab es schon zu Lebzeiten von Franz Schubert – musikalische Soiréen, die allein dessen Werken gewidmet waren. An diese knüpften Hermann Prey und Gerd Nachbauer an, als sie 1975 in Hohenems im österreichischen Vorarlberg mit den Vorbereitungen für ein Festival namens Schubertiade begannen, das dann im Folgejahr 1976 vom 8. bis zum 16.5. erstmals über die Bühne ging. 50 Jahre später wird nun im gleichen Ort, wenn auch in einem anderen Gebäude vom 29.4. bis zum 3.5.2026 eine Rekonstruktion des Programms dieser ersten neuzeitlichen Schubertiade geboten.
Aufgeführt wurden damals neben bekannten Werken wie den beiden großen Liederzyklen „Winterreise“ und „Die schöne Müllerin“ oder dem Forellenquintett auch Raritäten beispielsweise aus dem kaum präsenten kirchenmusikalischen Schaffen Schuberts. All das ist nun auch wieder im Frühjahr 2026 zu hören, was dann beispielsweise am 2.5. zu einer „Winterreise ins Frühjahr“ führt. Begleitet von Daniel Heide am Klavier, singt Andrè Schuen, der acht Jahre nach der ersten Vorarlberger Schubertiade geboren wurde, also sozusagen die nächste oder übernächste Künstlergeneration verkörpert, die sich der Pflege des Werks Schuberts widmet. Zu dieser zählen auch der Bariton Tobias Berndt und der Pianist Alexander Fleischer, die die „Winterreise“ auf CD eingespielt haben – sozusagen eine „Ersatzdroge“ für alle, die nicht in Hohenems live dabeisein können.