Oden (auch) an die Freude

Andreas Hammerschmidt stammte bekanntlich aus Böhmen, und sein langjähriger Wirkungsort Zittau lag und liegt nicht weit von der Grenze entfernt. Auch in unserem Nachbarland gibt es Ensembles, die Freude an der Pflege seines Werkes haben, und gelegentlich gastiert auch ein solches zur alljährlichen Hammerschmidt-Ehrung in Zittau. 2026 ist das wieder einmal der Fall: Am 31.10. um 18.30 Uhr ist in der Kirche zum Heiligen Kreuz das Ensemble Madrigalion Praga zu erleben, geleitet von Čeněk Svoboda, der aus dem nur 30 Kilometer südöstlich von Zittau gelegenen Liberec stammt.

Auch ein neuer Band der aktuellen, von Michael Heinemann, Konstanze Kremtz und Sven Rössel besorgten Gesamtausgabe ist fertig und kann bei dieser Gelegenheit in Augenschein genommen werden. Band 4 versammelt die original in drei Bänden 1642, 1643 und 1649 erschienenen Oden. Diejenige an die Freude, an die man bei dem Begriff heute meist als erstes denkt, konnte Hammerschmidt rein chronologisch zwar noch nicht kennen, aber im Literaturbetrieb des 17. Jahrhunderts war er durchaus am Puls der Zeit und vertonte etwa als erster Komponist Werke Paul Flemings. Und dass neben etlichen weiteren Geistesregungen auch die Freude in so mancher dieser Oden besungen wird, sollte nicht verwundern.

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