Die Leiden des nicht mehr ganz jungen K.

Unter Vornamenskürzeln bekannter zu werden als unter den ausgeschriebenen Vornamen ist nicht sonderlich vielen Menschen vergönnt. Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, geboren am 24.1.1776 in Königsberg, gehört zu diesen Menschen. Dass er uns heute als E.T.A. Hoffmann geläufig ist und nicht als E.T.W. Hoffmann, liegt daran, dass er seinen dritten Vornamen in Amadeus änderte, wobei die Hintergründe durchaus widersprüchlich überliefert sind.

Hoffmann betätigte sich außer gelegentlich als preußischer Staatsbeamter auch als eine Art Universalkünstler und wurde so etwas wie eine zentrale Figur der Romantik. Den Heutigen in Erinnerung ist er im wesentlichen als Schriftsteller, und zwar sowohl im fiktiven Fach als auch als Musikschriftsteller. In letzterer Funktion rezensierte er 1810 für die Allgemeine musikalische Zeitung Beethovens 5. Sinfonie und verhalf damit sowohl diesem Werk als auch dem Komponisten selbst zum großen Durchbruch. Seine eigenen Kompositionen hingegen sind heute nahezu vergessen – in der Musik lebt er auf andere Weise weiter: Die auf seinen literarischen Werken basierende Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach taucht immer noch in gewisser Regelmäßigkeit auf den Spielplänen der Opernhäuser auf, und dann gibt es da noch die Figur des Kapellmeisters Johannes Kreisler und dessen Erzählungszyklus „Kreisleriana“, in dem Hoffmann sich selbst und sein Umfeld mit spitzer Feder karikiert, wenn wieder mal ein Genie nicht erkannt wird, das Konzertpublikum sich unflätig benimmt oder ein anderes aus den vielerlei Leiden eines nicht mehr ganz jungen Kapellmeisters auftritt. Robert Schumann konnte viele dieser Leiden nur zu gut nachvollziehen und komponierte daraufhin seinen Klavierzyklus „Kreisleriana“. Der Titel findet sich auch auf einer CD wieder: Christine Schornsheim spielt Werke von Hoffmann sowie Clara Schumann, Friedhelm Eberle rezitiert Texte „von“ Kreisler, und auf dem Cover sowie im Booklet finden sich Zeichnungen des 1822 mit nur 46 Jahren verstorbenen Hoffmann.

 

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