Der Namensvetter im Schatten

Liest man den Herrschernamen August im Kontext von Sachsen, denkt man in vielen Fällen wohl automatisch an den Kurfürsten Friedrich August I., der als August II. auch König von Polen war und bis heute unter dem Namen August der Starke eine populäre Persönlichkeit darstellt. Sein anderthalb Jahrhunderte eher gelebt habender Quasi-Namensvetter Kurfürst August steht immer etwas im Schatten, obwohl er bei Lichte betrachtet ebenfalls viel zur Entwicklung Sachsens beigetragen hat. Geboren am 31.7.1526 in Freiberg, gelangte er nur deshalb auf den Thron der sächsischen Kurfürsten, weil sein älterer Bruder Moritz 1553 in der Schlacht bei Sievershausen fiel und keinen Thronerben hinterließ. Die 33 Jahre seiner Regentschaft gelten in vielen (wenngleich nicht allen) Lebensbereichen als eine goldene Zeit für Sachsen, vergleichsweise friedlich und wirtschaftlich prosperierend, wozu auch die Investitionstätigkeit des Hofes beitrug, nicht zuletzt die Bautätigkeit. Letztlich schaffte es August als einer von nur wenigen Herrschern der damaligen Zeit, bei seinem Tod am 11.2.1586 seinem Nachfolger eine gut gefüllte Staatskasse zu hinterlassen.

Das eindrucksvollste Zeugnis der Bautätigkeit Augusts ist das 1568 bis 1572 errichtete Jagdschloss auf dem Schellenberg östlich von Chemnitz, für das bereits 1575 der Name Augustusburg überliefert ist. Diesen Namen erhielt 1590 auch die zugehörige Verwaltungseinheit, also das bisherige Amt Schellenberg, und letztlich wurde 1899 auch die Stadt Schellenberg zu Füßen der Burg in Augustusburg umbenannt. Das Schloss besitzt in der Schlosskirche eine wertvolle Orgel aus dem 18. Jahrhundert, das einzige erhaltene Instrument von Georg Renkewitz, das damals die noch aus der Bauzeit des Schlosses stammende Orgel von Hermann Raphael Rodensteen ersetzte. An der Renkewitz-Orgel hat Enrico Langer die 27 Werke aus dem Schneeberger Orgel- und Clavierbuch um 1705 auf CD eingespielt.

 

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