Der eingemauerte Dynastiegründer

Zeugnisse barocker Baukunst und des zugehörigen Bauschmucks gibt es in Dresden bis heute reichlich zu bestaunen. Maßgeblich an der Ausgestaltung beteiligt war der Bildhauer Johann Christian Feige. Am 4.2.1689 in Zeitz geboren, arbeitete er nach seiner Übersiedlung gen Dresden zuerst bei Balthasar Permoser am Zwinger mit, ehe er sich selbständig machte. In die Kunstgeschichte eingeschrieben hat er sich vorrangig mit der Altarfront in der Frauenkirche, die er für und mit George Bähr realisierte. Zu diesem großartigen Ensemble zählte außer dem Altar selbst auch die darüber befindliche Orgelempore mit dem Prospekt für die neue Orgel von Gottfried Silbermann. Während aber von der Orgel nach den Kriegseinwirkungen von 1945 praktisch nichts erhalten blieb, überstand der Altar das Inferno. Die beschädigten Hauptteile wurden später zum Schutz eingemauert, und letztlich konnten etwa 2000 erhaltene Einzelteile, die etwa 80% des Bestandes ausmachten, Jahrzehnte später in den Neubau übernommen werden, während die Orgelempore, der Prospekt und auch die Orgel selbst neu geschaffen werden mussten, teils exakt nach den alten Vorbildern, teils von diesen abweichend. Als Feige am 11.2.1751 starb, da hatte er nicht nur großartige Kunstwerke hinterlassen, sondern auch eine Dynastie begründet: Drei Söhne sowie ein Enkel waren ebenfalls bildhauerisch tätig.

Welche Geschichte sich mit dem Orgelbau Silbermanns und dem Neubau durch Daniel Kern in der Frauenkirche verbindet, das kann man im Reiseführer „Orgeln in Sachsen“ von Felix Friedrich und Vitus Froesch nachlesen und mit diesem dann auch gleich weiter auf Entdeckungsreise durch die Dresdner und die sonstige sächsische Orgelwelt gehen.

 

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