Aus der Wolfsschlucht aufs Meer
Der 1786 in Eutin geborene Carl Maria von Weber führte lange Zeit ein eher unstetes Wanderleben, wie es für Musiker in seiner Zeit nicht unüblich war. Etwas festere Wurzeln schlagen konnte er erst in Dresden, wo er 1817 eine leitende Stellung am Königlichen Hoftheater übernahm. Trotzdem wurde die Oper „Der Freischütz“, an die man heute als erstes denkt, wenn man den Namen dieses Komponisten hört, nicht in Dresden, sondern in Berlin uraufgeführt. Ihr immenser Einfluss auf die deutsche Operngeschichte ist natürlich nicht wegzudiskutieren, auch wenn er gern den Blick auf das verstellt, was der in der Nacht vom 4. zum 5.6.1826 in London verstorbene Weber an weiteren Werken schuf.
Der Frage, ob es eine direkte Einflusslinie aus der „Freischütz“-Wolfsschlucht aufs „Holländer“-Meer Richard Wagners gibt, gehen der Schauspieler Johannes Gärtner und das Opern- und Ballett-Orchester des Nordböhmischen Theaters Ústí in einer Sommernachts-Revue am 5.6.2026 um 19.30 Uhr in den Richard-Wagner-Stätten in Graupa bei Pirna nach. Michael Heinemann wiederum hat in seiner Biographie „Carl Maria von Weber. Die Entdeckung des Klangs“ der Frage des Nachlebens von Webers Ideen in Wagners Musik gleichfalls nachgespürt und wirft zugleich interessante Blicke auf das, was es neben dem „Freischütz“ in Webers Schaffen noch zu entdecken gibt.
Zur Website der Richard-Wagner-Stätten Graupa