Auf dem Gottesacker und ganz bei Trost
Das Altenburger Musikfestival zeichnet sich seit langer Zeit dadurch aus, dass es einerseits bewährte Formate weiter pflegt, andererseits aber immer wieder für die eine oder andere Ungewöhnlichkeit gut ist. Das ist im Jahrgang 2026, den die Mitteldeutsche Orgelgesellschaft vom 13. bis zum 29.8. auf die Beine stellt, nicht anders.
Zu den Ungewöhnlichkeiten zählt diesmal ein spezieller Konzertort, nämlich die Altenburger Gottesackerkirche, die sonst nicht für Besucher geöffnet ist und in der am 15.8. das Ensemble Nobiles singen wird. Die wichtige Komponente, junge Talente zu fördern, kommt diesmal nicht nur in der Thüringischen Orgelakademie und der Junior-Orgelakademie, sondern auch in der 1. Altenburger Kontrabass-Akademie zum Tragen, deren Abschlusskonzert am 21.8. ins Festivalprogramm integriert ist. Noch stärker als in den bisherigen Festivaljahrgängen im Mittelpunkt steht die großartige Trost-Orgel in der Altenburger Schlosskirche – das liegt daran, dass ihre weitestgehend originalgetreue Rekonstruktion 1976, also vor 50 Jahren, abgeschlossen werden konnte. Seinerzeit eine Pioniertat, blickt ein Gesprächskonzert am 25.8. auf diese spannende Zeit zurück. Im großen Abschlusskonzert am 29.8. wird die Orgel in einer speziellen Rolle zu hören sein, nämlich als Continuoinstrument in Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe – und der größte aller Thomaskantoren hatte diese Orgel anno 1739 bekanntlich selbst gespielt und lobende Worte für sie gefunden.