Die Liboriuskapelle zu Creuzburg. Zur Geschichte und Restaurierung der Brückenkapelle und ihrer spätmittelalterlichen Wandmalereien

ISBN 978-3-95755-020-0
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Arbeitsheft des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Neue Folge 49

Die Liboriuskapelle zu Creuzburg. Zur Geschichte und Restaurierung der Brückenkapelle und ihrer spätmittelalterlichen Wandmalereien

Die Liboriuskapelle, 1499 am Kopf der Werrabrücke an der Stelle einer einstigen Wallfahrtskapelle bei Creuzburg errichtet, birgt in ihrem Inneren eine vollständige spätmittelalterliche Ausmalung. Das für Thüringen einmalige, monumentale Bildprogramm stellt in Bildzyklen das Leben der Heiligen Elisabeth von Thüringen dem Leben Christi gegenüber. Im Zuge der Reformation übertüncht, wurde nach ihrer Wiederentdeckung 1932 und der euphorischen Freilegung 1938 in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder ein „Verblassen“ der Wandmalereien beobachtet. Trotz mehrfach durchgeführter Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen in den 1930er Jahren, in den frühen 1950er Jahren (nach Kriegsbeschädigung der Kapelle) und 1979 stand man dem immer wieder auftretenden Problem einer Schleierbildung auf den Bildkunstwerken mit einer gewissen Hilflosigkeit gegenüber. Die Darstellungen waren um 2000 nur noch sehr schwer zu erkennen. Aus der Öffentlichkeit wurden Befürchtungen laut, die bemerkenswerten Wandmalereien könnten wegen ihres zunehmenden Verblassens endgültig verloren gehen.

Nach seit 2001 laufenden ersten Untersuchungen initiierte das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie 2008 ein interdisziplinäres und mit Denkmalfördermitteln des Freistaates Thüringen finanziertes wissenschaftliches Projekt mit dem Ziel, alle noch offenen methodischen, technologischen und ästhetischen Fragen der anstehenden Restaurierung zu klären. Im Jahre 2010 schließlich begannen die mittlerweile abgeschlossenen, mehrjährigen Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, mit denen ein überaus positives Ergebnis erzielt werden konnte. Die Lesbarkeit der szenischen Darstellungen ist deutlich gesteigert; die spätmittelalterlichen Bilder sind nun in ihrer Brillanz und Schönheit wieder erlebbar und geben beredtes Zeugnis der mittelalterlichen Frömmigkeit und insbesondere der Popularität der Heiligen Elisabeth in Thüringen.

Das vorliegende Arbeitsheft beschreibt die Baugeschichte und die Restaurierung anschaulich in Wort und Bild.

E. Reinhold Verlag

Broschur, Format (BxH) 21 x 29,7 cm; zahlreiche Abbildungen überwiegend vierfarbig, 128 Seiten

ISBN 978-3-95755-020-0

 

Inhalt:

 

Holger Reinhardt: Vorwort

 

Kunsthistorische Betrachtungen

Antje Coburger: Die Liboriuskapelle an der Creuzburger Werrabrücke

 

Denkmalpflegerische Untersuchungen und Maßnahmen

Andreas Creuzburg: Zur Freilegung der Wandmalereien in der Liboriuskapelle 1932–1938 und zu den danach davon angefertigten Fotografien

Volker Trautvetter: Überblick über die bauliche Instandsetzung und denkmalgerechte Sanierung der Außenhülle von 2006–2010

Stephan Scheidemann: Steinkonservatorische und -restauratorische Maßnahmen am spätgotischen Steinbau der Liboriuskapelle

Thomas Grasselt: Ausgrabungsbericht zur Untersuchung des Baugrundes der Liboriuskapelle in den Jahren 2010 und 2011

Veit Gröschner, Dina D. Sperl: Zu den Restaurierungsmaßnahmen an der Innenraumfassung der Liboriuskapelle

 

Kulturelle Aspekte

Susanne-Maria Breustedt: Das theologische Bildprogramm der Wandmalereien

Michael Ernst: Entwicklung der Gestaltungsidee für die neue Inneneinrichtung 2012/13

Andreas Creuzburg: Die Sanierung der Liboriuskapelle in Creuzburg – eine Erfolgsgeschichte bürgerschaftlichen Engagements